Malthus Katastrophe

Die Menschen vermehren sich zu schnell. Wenn jeder 2 Kinder in die Welt setzt, also vier pro Paar, die wiederum je zwei Kinder in die Welt setzen, dann haben wir die Weltbevölkerung in nur zwei Generationen vervierfacht. In der dritten Generation ist die Zahl der Menschen schon auf das Achtfache angestiegen. Diesem exponentiellen Wachstum der Weltbevölkerung steht ein lineares Wachstum der Nahrungsmittelproduktion entgegen. Wenn also die erste Generation Kinder es noch geschafft haben sollte, die Nahrungsmittelmenge zu verdoppeln, die ihre Eltern schaffen konnten, so können sie sich noch ernähren. Die nächste Generation wird die Produktion aber nur ein weiteres mal um die gleiche Menge erhöhen können. Damit hat die vierfache Menge der Bevölkerung in der zweiten Generation nur die dreifache Menge der Nahrungsmittelproduktion. Wenn ihre Großeltern also gerade genug hatten, um zu leben, dann wird jetzt ein Viertel von Ihnen verhungern müssen.

Menge der durch Menschen erzeugten Nahrungsmittel (blau) im Vergleich zur benötigten Nahrungsmenge für die Menschen (orange). Wenn die Gesellschaft nicht mehr fähig ist, die benötigte Nahrungsmittelmenge zu produzieren, tritt die Malthusianische Katastrophe ein.

Da aber niemand einfach auf seinen Anteil verzichten und friedlich das Ende erwarten wird, bricht stattdessen eine Hungersnot aus, die weit mehr Menschen in den Tod reißt. Kämpfe um die verbleibende Nahrung lassen wenig Zeit um Äcker für kommende Jahre zu bestellen.
Was folgt sind Jahre des Hungers und der Verelendung. Im Hunger sterben die Guten zuerst. Die, die nicht bereit sind Anderen etwas zu stehlen um selbst zu überleben. Die sich mit Worten wehren, wenn sie überfallen werden. Im Hunger sind alle Worte gleich. Sie nähren nicht. Die Kultur und Errungenschaften vorangegangener Generationen laufen Gefahr, für immer verloren zu gehen.
Wenn die Zahl der Menschen dann weit genug ausgehungert ist, dass die vorhandenen Nahrungsmittel ausreichen, beginnen sie diese zu vermehren, tun es ihnen bald gleich und der Kreislauf beginnt von vorne.

Malthus erkannte diese Katastrophe um 1800. Zu dieser Zeit stieg aufgrund der industriellen Revolution, also der Umstellung von Hand- auf Maschinenarbeit, die Produktion gewaltig an und tut dies auch noch immer. Dadurch erscheint Malthus Katastrophe heute in unerreichbarer Ferne. Jedoch sollte nie vergessen werden, dass die heutige Nahrungsmittelproduktion und die Versorgung der mit ihr gewachsenen Menschenmenge ausschliesslich mit effizient arbeitenden Maschinen erbracht werden kann. Sollten diese einmal großflächig versagen, könnte das den Weg zurück in die Malthusische Falle bedeuten und viele der Dinge, die wir heute für selbstverständlich halten, für immer verloren gehen.

Durchschnittliches Einkommen pro Person im Verlauf der Geschichte. Vor der Industriellen Revolution war die Zahl der Menschen durch die Menge der Nahrungsmittel bestimmt. Regelmäßige Nahrungsmittelknappheiten führen zur Verelendung. Seit der industriellen Revolution steigt die Produktion ins unermeßliche und die Malthusiansche Falle scheint überwunden. (Bild: researchgate.net)

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